Der Roman „Oliver Twist“ war für Charles Dickens ein grosser Erfolg. Durch seine eindrücklichen und drastischen Schilderungen von Kinderarbeit, Verbrechen und Armut zur Zeit der Frühindustrialisierung verarbeitete er seine eigene, in der Fabrik verloren gegangene, Jugend. Mit „Oliver Twist“ prangerte Charles Dickens die gesellschaftlichen Missstände der damaligen Zeit an und schaffte es, ein Umdenken der Bevölkerung zu erwirken.
Gabriele Caduff hat für das Schauspiel "Wie einst Oliver Twist" die Geschichte in die heutige Zeit übertragen und ein ganz neues Stück geschaffen. Die Geschichte handelt von Kindern unserer Wohlstandsgesellschaft, die hinter der Fassade der Wohlstandsgesellschaft die von Charles Dickens so eindrücklich beschriebenen Misshandlungen und Ungerechtigkeiten erleben und in der Folge davon ihren Lebensmittelpunkt auf die Strasse verlegen. Dort leben sie weitgehend illegal, schutz- und machtlos. Ausserdem haben sie kaum eine Chance, straffrei zu bleiben, denn wer auf der Strasse lebt, braucht Nahrung, Obdach und Kleider.
Die meisten dieser Kinder träumen davon, ihrer sozialen Ausgrenzung irgendwann zu entfliehen und in ein einigermassen normales Leben zurückzukehren. Nur wenige schaffen es. „Wie einst Oliver Twist“ thematisiert die Existenz der Strassenkinder in Deutschland und in der Schweiz.
Die Uraufführung des Schauspiels fand am 2. Juli 2010 in Stein am Rhein statt. Rund 7000 begeisterte Zuschauer haben das Stück bisher gesehen.